Wer immer nur dieselben Wege beschreitet, wird kaum innovative Lösungen entdecken können.

Haben Sie schon mal von der Kopfstand-Technik gehört? Diese Technik hilft Ihnen, Ihre Perspektive zu wechseln, um andere Lösungsansätze zu finden. Sie ist besonders gut geeignet, wenn es um bestimmte Ideen und Sachverhalte geht. Sie kann Ihnen aber auch Denkanstöße geben, wenn Sie herausfinden wollen, was helfen könnte, zwischenmenschliche Herausforderungen zu entschärfen.

Bei der Kopfstand-Technik geht es darum, die Dinge auf den Kopf zu drehen. Keine Angst, Sie müssen dabei nicht buchstäblich einen Kopfstand machen ? – der Kopfstand bezieht sich auf die Herangehensweise. Bei der Kopfstand-Technik drehen Sie das Problem um und fragen sich, mit welcher Strategie Sie das Thema/Projekt garantiert gegen die Wand fahren. Die nun auftauchenden Lösungsvorschläge zeigen Ihnen, wie es nicht geht. Indem Sie diese wiederum auf den Kopf stellen, können Sie tatsächlich zielführende Vorschläge erarbeiten.

Dieser Ansatz basiert auf dem Gedanken, dass wir oft so sehr in bestimmten Denkweisen verharren, dass wir selbst naheliegende Ideen nicht sehen. Durch den Perspektivwechsel können wir dies ändern. Probieren Sie es einfach mal aus.

So setzen Sie die Kopfstand-Technik um

Ein Beispiel: Die Geschäftsführung fragt sich, wie sie in dieser doch schwierigen Zeit wieder mehr Umsatz erzielen kann, damit die Firma auch morgen noch am Markt zu finden ist.

Bei der Kopfstand-Technik könnte die Frage also lauten, wie Sie es z.B. schaffen, maximale Arbeitsleistung mit minimalem Zeitaufwand zu erlangen. Jetzt überlegt jeder von Ihnen, was genau dazu nötig wäre. Sie könnten zum Beispiel ein paar Leute entlassen und die Arbeit auf die verbleibenden Mitarbeiter verteilen, die Pausen kürzen oder Ziele künstlich nach oben schrauben.  Vielleicht brüllt die Abteilungsleitung auch einfach mal ein bisschen lauter und öfter, um die Mitarbeiter anzutreiben. Ihren Ideen sind beim Brainstorming keine Grenzen gesetzt – übertriebene Vorschläge sind erlaubt.

Nun drehen Sie die Sache um. Maximale Arbeitsleistung mit minimalem Zeitaufwand lässt den Krankenstand in die Höhe schnellen. Wie geht es besser?

Mit durchdachten Strategien, welche die Mitarbeiter mit einbeziehen und motivieren, anstatt sie ausbrennen zu lassen. Schauen Sie sich auch den Krankenstand an und überlegen Sie, was Sie tun können, um diesen zu minimieren. Gesunde und motivierte Mitarbeiter erbringen mehr Leistung, was den Umsatz erhöht und die Kosten senkt.

Nutzen Sie Angebote wie Achtsamkeitstraining, Resilienz-Training, Coachings oder ähnliches, um die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter zu erhalten. Viele Maßnahmen werden sogar gefördert.

Überarbeiten Sie Ihre Unternehmenskultur. Gestalten Sie z. B. eine Wertetreppe  - bringen Sie die Werte an einer Ihrer Treppen an. So sind die Werte für jeden Mitarbeiter und Besucher sichtbar.

Kommen Sie mit Ihren Mitarbeitern ins Gespräch. Welche besonderen Fähigkeiten haben diese, die sie gerne und gewinnbringend im Unternehmen einsetzen könnten?

Vielleicht wäre ein Kicker im Pausenraum etwas?

Prüfen Sie, welche Schritte notwendig sind, um dem Ziel - den Umsatz zu steigern - näher zu kommen. Tun die einzelnen Abteilungen bereits die richtigen Dinge?  

Finden Sie heraus, ob jede Abteilung die Dinge richtig tut. Konzentrieren Sie sich darauf, dass Sie effizient handeln, d.h. Aufwand und Nutzen in ein optimales Verhältnis bringen. (Produktivität).

  • Versuchen Sie, Ihr festgelegtes Ziel - Umsatzsteigerung mit dem kleinstmöglichen Aufwand, Kosten oder Zeit zu erreichen (Minimalprinzip).
  • Oder versuchen Sie, mit einem festgelegten Budget, Arbeitszeiten, Ressourcen, Mitarbeitern oder Stunden an Freizeit das Meiste herauszuholen, um den persönlichen größtmöglichen Erfolg zu haben (Maximalprinzip).

Prüfen Sie immer wieder Ihr Zielerreichungsgrad. Setzen Sie Meilensteine. Verschwenden Sie keine Zeit und keine Mühe. Sein Sie produktiv und handeln Sie ökonomisch. Prüfen Sie, ob das, was Sie einsetzen und das, was Sie damit erreichen möchten, in einem gesunden Verhältnis stehen. Sicherlich fallen Ihnen schon jetzt noch viele weitere Möglichkeiten ein, was Sie alles tun könnten, um dieses Unternehmen wieder Konkurrenzfähig zu machen…

Wichtig zu wissen ist es, dass es bei dieser Methode nicht darum geht, immer stur das exakte Gegenteil davon zu tun, was Ihnen als Nicht-Lösung eingefallen ist. Das Gegenteil von „Maximale Arbeitsleistung mit minimalstem Zeitaufwand“ wäre “minimale Arbeitsleistung bei maximalem Zeitaufwand“. Das ist aber offensichtlich auch nicht zielführend – Sie brauchen also einen gangbaren Weg, vielleicht eine vernünftige Unternehmerkultur, als auch motivierte und gesunde Mitarbeiter.

Der Vorteil der Kopfstand-Technik ist nicht nur, dass sie innovative und gute Ergebnisse liefern kann. Sie macht dazu noch Spaß, wenn Sie im Team verrückte Vorschläge ausarbeiten können, die Sie ganz bestimmt zum Lachen bringen.

Entwickeln Sie mehr Empathie für eine gute Zusammenarbeit

Um im beruflichen Alltag gute Lösungen zu finden, ist eine gute Zusammenarbeit sehr wichtig. Auch hierfür ist es entscheidend, regelmäßig die Perspektive zu wechseln. Nur, wenn Sie die Situation aus Sicht einer anderen Person sehen, können Sie nachempfinden, wo Kompromisse möglich wären und welches Vorgehen wahrscheinlich keinen Erfolg hat.

Besonders wichtig ist ein Perspektivwechsel bei eingefahrenen Situationen. Vielleicht haben Sie mit einem bestimmten Kollegen immer wieder denselben Konflikt und wissen nicht, wie Sie ihn beilegen können. Das kann z.B. daran liegen, dass Sie bereits bestimmte Erwartungen an diese Person haben und nicht mehr unvoreingenommen an die Situation herangehen.

Wenn Sie schon damit rechnen, dass der Kollege in einer bestimmten Art und Weise reagiert, spiegelt sich das in Ihrem eigenen Verhalten wider. Dass der Konflikt weiterbesteht, ist unter diesen Voraussetzungen sehr wahrscheinlich. Versuchen Sie, nicht schon vorwegzunehmen, wie sich eine Situation entwickeln wird. Bemühen Sie sich, ohne Emotionen zu überlegen, wie eine gute Lösung aussehen könnte.

Überlegen Sie öfter mal, was die Personen um Sie herum antreibt und was sie hemmt oder beschäftigt. Mit der Zeit wird Ihnen dies immer leichter fallen. Fragen Sie sich, wie Sie an Stelle der Kollegin B. handeln würden oder was Kollegin B. wahrscheinlich anderes machen würden, wenn sie in Ihrer Position wäre. Lernen Sie unterschiedliche Sichtweisen kennen und zuzulassen.

Diese Sichtweisen zeigen Ihnen neue Wege auf und können Ihnen helfen, eine Entscheidung zu treffen oder eine Vorgehensweise zu erarbeiten, mit der Sie zufrieden sind.

 

Über mich

Hallo, ich bin Christiane Borisek. In meiner rund 25-jährigen Berufserfahrung durfte ich bereits mehr als 10.000 Menschen in den verschiedensten beruflichen oder persönlichen Prozessen erfolgreich begleiten.

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